Erasmus+ Programm

Erasmus Erklärung zur Hochschulpolitik (Allgemeine Strategie) der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (D  KARLSU02) - European Policy Statement (EPS)

Internationale (EU und Nicht-EU) Strategie der Pädagogischen Hochschule (PH) Karlsruhe
Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe hat die Internationalisierung der Hochschule sowie die Förderung internationaler Partnerschaften und des internationalen Austausches von Hochschulmitgliedern im Struktur- und Entwicklungsplan fest verankert, die internationale Orientierung aller Studiengänge und die Förderung von internationalen Partnerschaften gehören zum Profil als bildungswissenschaftliche Hochschule. Eine ausformulierte Internationalisierungsstrategie wurde erarbeitet.
Ausschlaggebend für die Auswahl der Partner ist die Qualität der jeweiligen Einrichtung sowie das Vorhandensein von ausreichenden gemeinsamen oder sich ergänzenden Interessen und Schwerpunktsetzungen, die eine ausgewogene Kooperation erwarten lassen. Der fachliche Fokus von Kooperationen liegt entsprechend dem besonderen Hochschultyp einer Pädagogischen Hochschule im Bereich der Lehrerbildung, den Bildungswissenschaften, aber auch in der Mehrsprachigkeit und Interkulturalität sowie in den verschiedenen Fachdidaktiken. Da die Studiengänge und dabei insbesondere die Lehrämter einen ausgeprägten Praxisbezug auf-weisen, zählen auch außeruniversitäre Einrichtungen vor allem aus dem schulischen Bereich zu wichtigen internationalen Kooperationspartnern der Hochschule.
Geographische Schwerpunkte bilden zum einen Regionen, in denen Englisch oder Franzö-sisch die Arbeitssprache der Hochschulen darstellt, da diese beiden Sprachen an der Hochschule gelehrt und studiert werden können und für Studierende in Lehramtsstudiengängen mit der Vertiefung Europalehramt ein einsemestriger Auslandsaufenthalt in einer der genannten Zielsprachen verbindlich vorgeschrieben ist. Mit Blick auf die heutige durch Migration gepräg-te Gesellschaft sind zum anderen Regionen von Bedeutung, die Herkunftsländer wichtiger Migrantengruppen in Deutschland darstellen. Auch Akteure aus Ländern mit erfolgreichen Bildungssystemen und/oder hohen Standards im Bereich des Umgangs mit Heterogenität sind für die Hochschule interessante Partner.
Weiterhin wird in diesem Rahmen der europäische Raum aufgrund der geographischen und kulturellen Nähe, den guten Austausch- und Fördermöglichkeiten im Rahmen des europäischen Hochschulraumes und des ERASMUS-Programms ein wichtiger Fokus bleiben. Von Interesse sind darüber hinaus Länder insbesondere im asiatischen Raum, in denen das Ler-nen durch Kontrasterfahrung in besonderem Maße möglich ist, sowie Länder mit einer hohen, bildungspolitisch und pädagogisch reflektierten multikulturellen Durchmischung, die mit dieser Thematik bewusst und offensiv umgehen.
Ziel ist es, die Hochschule durch Kooperationen und Austausch auf der Ebene der Hochschulmitglieder weiter international im Bereich der Forschung zu vernetzen, grenzüberschreitende Wissensallianzen zu stärken und damit aktiv am internationalen Forschungsdiskurs zu partizipieren. Im Bereich der Lehre sollen Lehrinhalte ausgetauscht und gemeinsam weiterentwickelt werden mit der Zielsetzung, die Aktualität von Inhalten und deren internationale Anschlussfähigkeit zu sichern und so zu einer hohen Relevanz der akademischen Ausbildung an der PH Karlsruhe beizutragen.
Studierenden soll eine Kompetenzerweiterung durch eine eigene Auslandserfahrung in verschiedenen Studienphasen sowohl in Form eines Auslandsstudiums, als auch in Form von Auslandspraktika ermöglicht werden. Ziel ist es, Studierende adäquat auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten, in diesem Fall insbesondere auf eine spätere Lehrtätigkeit an Schulen sowie in anderen bildungsnahen Berufsfeldern. Mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa sowie auf die globale Entwicklung im Allgemeinen, gewinnt in diesem Zusammenhang die Arbeit mit kulturell heterogenen Gruppen und die Auseinandersetzung mit bildungswissenschaftlichen Themen über Landesgrenzen hinaus zuneh-mend an Bedeutung. Eigene Kontrasterfahrungen, welche die lokalen Normen und Werte reflektieren helfen, sowie die Festigung und der Ausbau von Fach- und Sprachkenntnissen sollen aus internationaler Mobilität und Kooperation hervorgehen. Daher sollen nicht nur für Studierende, welche Sprachen studieren, Mobilitätserfahrungen zur Regel werden. Auch die Mobilität von Studierenden, die bisher weniger mobil waren, soll intensiv gefördert werden. Kürzere Mobilitätszeiträume, die Möglichkeit mehrerer Mobilitätsphasen in verschiedenen Studienphasen sowie die berufsbezogenen Erfahrungen durch Auslandspraktika stellen dabei zentrale Instrumente dar.
Die Hochschule ist bereits durch einen gemeinsamen Masterstudiengang mit französischen und schweizerischen Partnern in die Entwicklung von gemeinsamen Abschlüssen involviert und sammelt hier seit mehreren Jahren Erfahrungen in der Weiterentwicklung solcher Koope-rationen.


Strategie für die Organisation und Durchführung von internationalen (EU und nicht-EU) Kooperationsprojekten in der Lehre und Ausbildung mit Bezug auf Projekte, die durch das Erasmus+ Programm durchgeführt werden
Die PH KA strebt mit internationalen Kooperationsprojekten eine Vertiefung bestehender ausgewählter Partnerschaften, ggf. unter Einbeziehung von außeruniversitären Partnern sowie von neuen Partnern an. Ziel ist es, in diesen Partnerschaften eine neue qualitative Dimension und Tiefe der Kooperation zu erreichen und sogenannte Wissensallianzen zu formen. Dabei setzt die PH KA auf die gezielte Profilbildung als bildungswissenschaftliche Hochschule und wählt internationale Partner mit ähnlichen Schwerpunkten in diesem Bereich zur Bildung von Kompetenznetzwerken aus. Zunächst stehen dabei vor allem Partner mit fachlicher Nähe in den angrenzenden Nachbarländern im Focus mit dem Ziel, einen intensiven Austausch und Vernetzung in Forschung und Lehre, z.B. durch die gemeinsame Gestaltung von Lehrmodu-len zu etablieren. Langfristig ist jedoch auch die Erweiterung um weitere europäische sowie nicht-europäische Partner geplant. Die Arbeit in Kooperationsprojekten ergänzt die zuvor be-schriebenen internationalen Partnerschaften und Mobilitätsaktivitäten und erfolgt unter Nut-zung des durch das EU-Programm gebotenen Rahmen und eingebettet in dieses Programm. Die so entstehenden strategischen Partnerschaften bieten nicht nur Möglichkeiten zur Förderung von fachlicher Exzellenz und der sichtbaren Mitgestaltung des internationalen Wissen-schaftsdiskurses, sondern auch für den Austausch über Fragen des Hochschulmanagements und der Hochschulfinanzierung und geben so Modernisierungsimpulse für die beteiligten Partner. Solche Kooperationsprojekte ermöglichen die Erschließung gemeinsamer Finanzie-rungsquellen, die effiziente Nutzung der an den verschiedenen Hochschulen vorhandenen Ressourcen sowie ein internationales Benchmarking mit ähnlichen Partnern, das die Leis-tungsfähigkeit der Hochschule international sichtbar macht.

Erwarteten Auswirkungen der Teilnahme am Erasmus+ Programm auf die Modernisie-rung der PH Karlsruhe bezüglich der politischen Ziele der EU (für jede der fünf Priori-täten der Modernisierungsagenda)
Die PH KA hat den Hochschulzugang mit einer beruflichen Vorbildung geregelt. Weiterbil-dungsangebote, die z.T. den Übergang von der beruflichen Bildung in die Hochschulbildung ermöglichen und eine Laufbahnberatung für (potentielle) Studierende sind etabliert. Dadurch, dass sich die Studienangebote am EQR orientieren, wird der besondere Typ einer PH, das Studienangebot und dessen Qualität auch für interessierte Bewerber sowie potentielle Arbeit-geber im Ausland transparenter. Zur Erhöhung des Anteils an Promovenden hat die PH KA Masterstudiengänge konzipiert, die gezielt auf eine Promotion vorbereiten. Durch die Zu-sammenarbeit mit ausländischen Hochschulen, die z.T. kein Promotionsrecht besitzen (v.a. im Status von FHen), werden neue Qualifikationsmöglichkeiten für Studierende der Partner-hochschulen geschaffen, die zur Deckung des Bedarfs nach qualifizierten Akademikern bei-tragen.
In den Studiengängen der PH KA sind die Integration des Praxisbezugs sowie die Vernetzung zu außeruniversitären Akteuren im bildungswissenschaftlichen Umfeld stark verankert. Neue Bachelor- sowie Masterstudiengänge wurden explizit mit dem Blick auf den Bedarf am Arbeitsmarkt bzw. in der Forschung entwickelt. Internationaler Austausch und Kooperation trägt dazu bei, auch in einem grenzüberschreitenden Kontext die Beschäftigungsmöglichkeiten der Absolventen weiter zu stärken.
Die PH KA unterstützt durch ein durch die „Qualitätsoffensive Lehre“ des Bundes gefördertes Lehr-Lern-Zentrum selbstgesteuertes und IKT-unterstütztes Lernen sowie den Austausch unter Dozierenden zu didaktischen Fragen. Dadurch werden die Qualität der Lehre und die Fle-xibilität des Studiums maßgeblich erhöht. Die Mobilität von Lehrenden regt zur Weiterentwick-lung und Weitergabe von neuen Lehr- und Lernkonzepten an. Über ein hochschuleigenes Anreizsystem zur Mittelvergabe sowie über Preise für exzellente Lehre und für exzellente Promovierenden honoriert die Hochschule innovative Konzepte, Mobilität zu Lehrzwecken und hervorragende Leistungen.
Die starke nationale Regulierung der Lehrerbildung erschwert die Anerkennung von erworbe-nen Abschlüssen sowie die vertikale Mobilität. Langfristig kann der Austausch im Rahmen des Programms sowie die Nutzung europäischer Qualitätssicherungsinstrumente dazu beitragen, hier Hürden abzubauen und den Zugang für besonders qualifizierte Personen zu erleich-tern. Dadurch wird eine Qualitätssteigerung erzielt, wie sie bereits in einigen Masterstudien-gängen der PH KA zu beobachten ist.
Bereits jetzt spielt die Vernetzung mit Akteuren auf der regionalen (grenzüberschreitenden) Ebene eine wichtige Rolle für die PH KA. Kooperationen mit universitären sowie außeruniver-sitären Akteuren des politischen und professionellen Bereichs sind zentral für die Weiterent-wicklung der Hochschule sowie den Wissenstransfer aus dem universitären Bereich auf die regionale Ebene. Der Austausch unterstützt Prozesse zur Verbesserung der Steuerung und Finanzierung an der PH KA.

Stand: 14.05.2013

Last change: 13.01.2022
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